Die Reise..









Ich bin kein Name, ich bin keine Nummer, ich bin kein Symbol...

Ich bin nur ein Mann, ein Geschöpf...

Sohn der Erde


Dies ist eine Geschichte, die nicht beginnt ehe sie zu Ende geht. Eine Geschichte von Visionen aus willenloser und unbestimmter Zeit... Wir schulden niemandem etwas und vor allem, wie Cruz der Weise sagte „Um wieviel Uhr?!“. Eine Geschichte, die zwischen dem Niemals und dem Immer schwankt, aber auf jeden Fall in der Gegenwart schweben bleibt, eine Geschichte ohne Anhaltspunkte. Ein Kern, der im Nichts, das es nicht gibt, vibriert und zahllose andere Vibrationen ins Leben ruft, die bereits waren... Fäden, die sich verschlingen, sich verwickeln, andere Fäden umarmen und es wird unmöglich, deswegen, den Anfang des Einen oder das Ende des Anderen zu erkennen. Ein Spinnennetz, das ein schwarzes Loch aufwickelt... Du öffnest diese Schachtel und findest zwei dann drei, vier, sieben, neunzehn, noch mal siebzig Öffnungen, die sieben Schachteln enthalten, die ihrerseits sechzig kleine Galaxien fassen. Wirst verstehen, dass Du irgendwann etwas verwirrt bist. An dem Punkt hörst Du auf, zu denken, weshalb Du die Schachteln öffnest, und springst in jenem Meer aus Karton. Dies ist die Geschichte eines Schwimmens im Meer mit offenen Augen, Du schaust, aber sie brennen nicht... ein Meer, wo Du in die Tiefe gehen kannst ohne Dir Sorgen zu machen, ob Du ankommst, Du sinkst weiter, aber es geht nicht mehr zu Ende... irgendwann weißt Du nicht mehr wo, wie, warum ist Dir völlig egal... Du weißt nicht mehr, ob Du im Meer bist oder das Meer in Dir ist... oder ob ihr einer im anderen seid, unendlich... bin ich für die Vorstellung zu spät, oder hat die Vorstellung schon lange begonnen?! Sind das die Türen, die sich dem Wind meiner Verspätung schliessen, ausserhalb der Vorstellung? Oder sind auch sie Teil der Geschichte... das back-stage, on stage, down the stage... das Vorher, das Nachher, das Dazwischen... meine Verspätung, die Verspätung oder die Pünktlichkeit des Publikums, auch eine zusammengesetzte Entität... Und Du beginnst wieder, Schachteln zu öffnen... und die angeschlossenen Galaxien... und so findest Du Dich wieder in einem Raum.
Du sitzt in einem Sessel, der Sonnenuntergang malt die Wände... alles scheint ruhig zu sein, unbeweglich... alles an seinem Platz. Plötzlich, wie ein bzzzisch eines Kurzschlusses... geht die Sonne aus... es bleiben ich, der Atem... im stillen Dunkeln bleibe ich sitzen und beruhige meine Lust, etwas zu unternehmen... ich bleibe Zuschauer... =)
An meiner rechten Seite geht El Niño auf... er steht auf, streckt sich, schaut sich herum... er merkt nicht, dass ich da bin... eine Lampe aus Holz mit einem Kopf aus Pappmaché... der sich im Versuch spiegelt, sein Gesicht zu sehen, dies aber nicht machen kann, weil es vom Licht verdeckt ist. Und da ist ein Auffahren, El Niño dreht sich um und schaut auf die andere Seite des Raums: er ist zur Herausforderung bereit. Der Duellant ist ein Hampelmännchen aus Seilen mit Samurai-ähnlichen Zügen, das sich auf dem Sofa auf der anderen Seite des Raums befindet. Weit oben an der Wand wacht auch die hölzerne Afro-Maske wieder auf und beginnt, zu sprechen... far west...

El Desafio

Da sind sie, sie stehen sich gegenüber
Es war warm, es regnete, es war kühl... ein heisser, feuchter, trockener
widersprüchlicher nasser Wind
Uuuuuu heulte der Wind
Meow miaute der Schnee gegen den Scheibenwischer auf dem vereisten Glas
Tic Tic Tic prasselte die Sonne auf die Steine, erwärmte dabei Seelen und Umgebungen...
Es schienen keine günstigen Wetterbedingungen zu sein, tatsächlich, aber die Stunde der Abrechnung war gekommen.
Da erhoben sie sich unerschrocken einer gegenüber dem anderen, einer hinter
dem anderen, einer auf dem anderen... unter...
Sie verrieten kein Zeichen der Furcht... gespannt wie hölzerne Fasern, ihre Körper schwitzten Mut aus den Seilen.
Bei jedem Schritt implodierte eine Galaxie unter ihren Füssen
Oberhalb ihrer Köpfe, wurden vielfarbige Vögel
vom Regenbogen abgeschossen...
oxydationsfähige Spiegelungen bildeten sich aus dem nassen Stassenpflaster...
...er musste wissen... er musste wissen...
„Hey Du, Schwein!!! Hast Du jemals mein Gesicht gesehen?“


Da stehen sie sich gegenüber, die beiden Rivalen, nun aber im „echten“ Raum. El Niño widersteht seinem Freund Samurai, gross wie eine Handfläche, in der Hand hält er ein Feuerzeug und ein Päckchen lange Papierchen, die zusammengehalten eine Pistole darstellen sollen...die Frage ist äussert ernst, so wie das Spiel... El Niño ist es leid, sein Gesicht nicht sehen zu können, aber El Samurai kann seine Fragen nicht beantworten... der Einzige, der das kann ist Don Anacleto, der Weise zwischen den zwei Welten. „(Auf Sizilianisch:) Und wer ist denn das?“, aber der Samurai kann weiterhin nicht antworten, also ab aufs Fahrrad in Richtung Berg der Antworten...

Reflections

Die Beiden drehen fröhlich im Raum herum, sie sind schon lange befreundet und jedes Mal, wenn der Zweifüsser das Haus verlässt, treffen sie sich um mit ihrer Kreativität neue Welten zu „malen“, um darin zu spielen. Der Raum bekommt andere Dimensionen, er breitet sich masslos aus und wird zu einem endlosen Feld, um in einem Duell bis zur letzten Faser gegen einander zu treten oder man wird kleiner, wie „groteske“ unterirdische Gänge, wo man einander hinterrennen kann.
Haben sie einmal die Phantasie in Gang gesetzt, fahren die Beiden für diese kurzen unendlichen Reisen ab, das Fahrrad ist das bevorzugte Mittel, von da aus lassen sich Szenerien geniessen, die weiterfliessen, wenn sie zu spielen aufhören...
Und nun sind es El Niños Fragen, die die Welt bilden, die sie durchqueren... ein riesengrosser Raum, mit Spiegeln bedeckt: „Is a Reflection life itself?“... Die Spiegelungen kristallisieren sich und beginnen, klingelnd in der Luft zu schaukeln wenn sie miteinander in Berührung kommen. Ein Windchen beginnt zu wehen und bläst dabei wie eine Spieldose... Wind aus Kristallen, der die beiden Freunde zärtlich überfährt, die ihrerseits neugierig auf diese neue Welt aus Lichter und Spiegelbilder weitermachen...“Is it real what we feel oder blosse Ausarbeitungen?“ Lichtbündel, die durch ihre Körper gehen und auf das Glas abprallen, und dabei ihre Kleidung beleuchten; die Fröhlichkeit gewinnt die Oberhand: Karussell aus Lichtern und Klängen. Ihre Bildpunkte bröckeln und bilden sich wieder zusammen unter ihren Blicken, das Fahrrad wird zum Zug auf russischen gespiegelten Schienen, und herauf und herunter, herauf und herunter die Beiden, jetzt reiten sie eine Schallwelle... „Real is what it is, it just flourish around us“. Da kommen sie wieder und verfolgen sich in einem Lichterwald, indem sie auf Bäume klettern, sich auf ultraviolette Lianen schaukeln und von Kristall zu Kristall springend erreichen sie den Abhang eines Berges; auf dem Gipfel scheinen zwei Silhouetten zu tanzen... „Just real, just real, beautifully real“.
Ende des Rennens. Der Berg ist eine Konsole oberhalb des Sofas... Don Anacleto ein Bonsai, wahrscheinlich tot und zu seinen Füssen ein lustiges Keramikmännchen, das eine Djembé hält. „(Auf Sizilianisch:) Don Anacleto, kann ich sie kurz sprechen?“

Don Anacleto

Der Musiker beginnt zu spielen und das Lied anzustimmen... es scheint, als ob der Bonsai, wenngleich starr weil tot, selbst sprechen würde... singen würde... er wird wiedergeboren und stirbt die ganze Zeit... die Blätter spriessen, erstarken wieder, vergilben und fallen, und lassen damit Don Anacleto trocken wie zuvor, aber auch in seiner Trockenheit zeigt der Stamm Leben. Die zwei kleinen Freunde stehen dort gegenüber und verfolgen dieses Spektakel:
Die Sonne küsste den Mond dort, in jenem Augenblick der Wüste... Sand floss daraus in Farben und Schwingungen“... Während sie zuhören, beginnen sich die Seile von El Samurai zu lösen und sich auf El Niño zu winden: Hand um Hand, Bein um Bein, Rumpf, der ganze Körper wird von Seilen zugedeckt... unter dem wohlgefälligen Blick der Afro-Maske, die ihre Pfeife raucht. Endlich wird auch das „strahlende“ Gesicht von El Niño von Seilen gewickelt... nun beginnt er eine anziehende Kraft zu spüren, er spürt , wie es ihn von oben erwischt: es ist die Maske, die, nachdem sie Rauch an der Pfeife gezogen hat, kräftiger durchatmet und die Metamorphose der beiden Knaben aufsaugt...“Welch bessere Antwort als eine richtige Frage?!“
Und lächelt...



Birth

Ich finde mich wieder auf einem Balkon, da sitze ich... Aussenszene, nachts... ich weiss überhaupt nicht mehr, wie ich hierher gekommen bin, aber es ist mir eigentlich egal. Ich fühle mich wohl hier, ich sitze unter dieser kleinen Palme, alles ist ruhig... ich trinke Milch, die vom Mond in ein Keramikglas neben mir hinuntertropft... ich stelle das Glas ab und tauche einen Finger in die Milch ein, dann beginne ich, ihn an der Kante entlang zu reiben. Der Tropfen auf der Kante kreist von selbst weiter und hebt in einem Wirbelflug ab, ein weisser Wirbel, der ein Kran wird... und der Kran fliegt davon, und öffnet dabei immer grösser werdende Flügel und dehnt sich immer mehr im Sternenhimmel aus. Ich lächle, blicke nach unten und finde mich wieder an einem Baum sitzend, in einem riesigen Kornfeld. Erneut beobachte ich den Himmel, die Sternen scheinen lebendiger als sonst... einer ins Besondere... genau der da... sieht so aus, als würde er im Himmel tanzen und eine dichte Staubwolke aus Lichtern wegrücken... Und da steht der Stern plötzlich still, wie wenn er bemerkt hätte, dass ich ihn beobachtete... und stürzt mit einer furchtbaren Geschwindigkeit vom Himmel hinab... Es ist mir nicht einmal bewusst, und er stürzt in meinen Magen... ein unglaubliches Gefühl...als ob ich ein zusammengekauertes Kind in mir hätte, das beginnt, sich und mich auszubreiten... und ich dadurch den Sinn für meine physischen Grenzen verlieren würde... Jetzt atme ich aus... feiner Staub tretet aus meinem Mund und aus meiner Nase aus, und legt sich auf meine Hände. Ausgelassen wie noch nie, verhalte ich mich, ohne zu denken, alles fliesst spontan... ich werfe den Staub in die Luft und kauere mich selbst wie ein Kind auf dem Gras zusammen, und ich höre der Erde zu... es scheint, als ob sie mit mir reden würde... wie meine Mutter, die mir ein Märchen erzählt... der Staub wird Regen und fällt auf mich... ich spüre noch immer, dass ich dort bin, ich bin mir bewusst, was gerade geschieht, aber wenn ich mich herumschaue, kann ich meinen Körper nicht mehr sehen. Der Regen hat die Vision aller Dinge verändert, die mich umgeben, und macht die Bindungen sichtbar... alles ist ein Seil, das mit einem anderen Seil verknüpft ist und alle verschlingen sich mit der Erde... ich brauche keine Augen... „(Auf Sizilianisch:) Mein Herz weitet sich aus
Der Regen, der auf den aus Seilen bestehenden Körper fällt, löst die Fasern des Kindes...Die Gliedmassen schmelzen... nur ein schlagendes Herz bleibt übrig, das mit jedem Schlag Blumen aller Arten und Farben ausströmt...
Die Maske hat ihr Einatmen beendet und atmet nun mit einem Lächeln im Gesicht langsam den Rauch aus...
Aus einer Tür gespuckt, grosser Flug und „Schlumpfierung“ in eine Düne...

The Sleep Dancer (Der Schlaf-Tänzer)

Aus dem Sand taucht ein kleiner Punkt auf, der zu vibrieren beginnt... Sternschuppen überschlagen sich um ihn und blasen in einem Strudel, um einen Nebelfleck zu schaffen... aus dem Nebelfleck regnet es violette Kristalle auf dem Sand, welches dadurch blüht und zu Ton wird... und vom Strang...
Ich tauche aus einer Düne wieder auf, ich hab’ noch immer kein Erinnerungsvermögen... der Sand hat einen anderen Geschmack... Was mache ich in einer Wüste? Und dieser gigantische Turm? Komme ich von dorther oder... und diese Tür dort oben auf dem Gipfel? Oh, gut... mein Fahrrad“... Er schaut um sich herum ohne jegliche Sorge, aber mit neugierigen Augen beobachtet er... er merkt jetzt, dass sein Körper aus Seilen besteht...

I’m your Sleep Dancer
Here I am y’all folks...
No fancy coat or chic stick
I come to you with...
Just funny dance, oh my lil’ freak
And simple coloured stories
Sewn up my bareskin
Vibrations and laces
All tied up from within


Ich bin euer Schlaf-Tänzer
Ich renne gefälligst auf diesem Rad aus gleitenden Erinnerungen...
Zärtlich brechen sie sich wie Glas und schaukeln über mir... und dann... regnet es...
Und da bin ich
Trinke davon Korn um Korn
Wie von einem Granatapfel...

And I feel this rhythm coming from my feet
Fire hidden in these shocks of sand
Uh, I got the beat“


Ich sehe Farben rundherum und alles fliesst wie ein Bildstreifen. Eine unaufhaltsame Freude packt mich und ich kann nicht anders, ich muss rennen... ich muss tanzen... „Der Schlaf-Tänzer tanzt, er tanzt... er tanzt und trinkt schwarze Löcher in kleinen Schlucken... er rennt und läuft dabei durch Türen, die andere Dimensionen aufweisen... er tanzt und scheuert sich die Knochen auf... unter den Seilen blühen pausenlos Farben wieder auf... Der Schlaf-Tänzer rennt und ist glücklich wie ein Kind, er rennt und surft auf den Dünen, indem er ein Blatt benutzt...
Das Blatt legt sich auf einem Ufer hin. Weit unten bei dieser letzten Düne endet die Wüste rundweg in einen dichten schwarzen Fluss. Gegenüber eine Mauer, die die Sicht auf das, was dahinter steht, behindert; flüchtig erblickt man Schimmer von noch glühenderen Farben... keine Brücke... die einzige Lösung ist jenes Lichtlein unter der Mauer... „Immer mit absoluter Spontaneität, als ob ich mehr als einmal an diesen Orten gewesen wäre, ich springe auf, um zu tauchen und der Fluss schliesst mich an sich ein ohne zu warten, bis ich die Wasseroberfläche berühre...

Death

Pechschwarz. Es scheint nicht einmal ein Fluss zu sein... solch ein intensives Schwarz wie niemals zuvor... nur farbige Fäden die hie und da zum Vorschein kommen und wieder verschwinden, als ob sie diese grosse dunkle Decke nähen würden. Ein Faden wird Baum... Ast... Blatt, das sich löst... ein schwarzer Wasserfall staut sich zwischen dem Baum und dem fallenden Blatt an, welches wieder zu einem Faden wird... vom Faden streckt sich langsam ein Tropfen und löst sich... ein schwarzer Wasserfall staut sich an und folgt dem fallenden Tropfen, das abprallt und dabei in einem schwarzen Wasserfall zerbricht, welcher seinerseits implodiert und wieder aufblüht, indem er zu einer Tür wird... „Suspension, illusory end of combustion... Qualm weht durch die Türspalte... ich öffne die Tür... Back-Draft of essence... and Explosion!“.
Farbstücke überall in der Finsternis... farbige Fäden treiben in der Luft wie Asche. Der Schatten eines grossen Drachens brennt, das Feuer breitet sich vom Schwanz aus und greift die Dämme des Deiches an... der Deich bekommt einen Sprung, das Hochwasser, eine immense schwarze Sturzwelle, reisst alles mit.
Pechschwarz... dicht... ich laufe weiter... ein Gefühl unglaublicher Freiheit erfasst mich... eine Kraft, die keinen Ursprung und kein Ende hat, eine Kraft, deren Herkunft ich nicht verstehe... aber sie überfällt mich, sie überschwemmt mich... ich habe kein Zeitgefühl mehr... das Unendliche ist in mir und ich bin unendlich... ich fange zwei plötzliche Fäden, rolle sie zusammen und beginne, damit rumzuspielen... in der Ferne noch eine Türe... diesmal mit einem Faden-Vorhang... ich nähere mich... im gleichen Augenblick, indem ich durch die Tür gehe, umhüllen mich die Fäden des Vorhangs und geben mir sichtbare physische Form zurück... vor mir ein Licht, das mich blendet...“
„doch es ist nicht nur mit den Augen... ich sehe mit meinem ganzen Körper... ich spüre aus dem tiefsten Kern meines Innern, was ich vor mir habe...“

Im Kosmos der Farbe

Es ist eine grossartige Welt, ausserhalb jeglicher Phantasie... Bunte Fäden, die sich überall verflechten, die einer im anderen zusammenschmelzen, unglaubliche Düfte, die wie betäubende Winde wehen... ein unglaubliches Fest! Ich dringe ein wenig zwischen den Bäume durch... da kommt ein verrückter Hase, der mit dem Schwanz eines Kängurus hüpft und singend einen Hut wirft... nicht weit hinterher ein piepsendes Kücken, der ihn mühsam verfolgt... Rundum sprühen die Pflanzen Leben in den rohesten Farben... Alles ist verbunden, es gibt keine Unterbrechung des Lebens... der Wind singt mit den Vögeln und die Äste tanzen wie die Blumen... Seelen in freier Wildbahn! Wenig ausserhalb des Waldes, ein Bach... eine Schnecke gleitet in Spiralen von einem Blatt und hinterlässt eine schleimige Spur, die sich mit dem Weiss einer Wolke und mit dem Rot eines Fisches mischt... Leben im Urzustand!
Eine ultrafarbige Schlange kommt aus dem Wasser, kriecht an mir vorbei und zischt ein geswingtes Tempo mit einer mit Blumen bestickten Zunge... ich höre ein Knistern, der ganze Strand geht plötzlich in Flammen auf... die Blätter und die Zweige tanzen weiter in den Flammen, ohne sich abzunutzen, im Wasser beginnt auch der Sand, in Wirbeln zu tanzen. Ein pures Fest! Die Flut steigt, wie auch die Wellen... aus dem Schaum der Brandung springen Farben, die sich dem Tanz beimischen... und auch ich verliere mich dann in einem endlosen Tanz. Aus meinem Körper entspringen Schwingungen, die sich allem rundherum verbinden und ich fühle, als ob ich in einer zärtlichen Umarmung schweben würde... ich habe keine Angst zu fallen, ich habe keine Angst aufzuhören, ich habe keine Angst zu enden... trotz allem bleibe ich ein Sohn der Erde... von ihren Armen fest umschlungen... Son of the Earth“

So durchquert er tanzend den Bach und findet am anderen Ufer sein Fahrrad, das an einem Baum genäht ist...

Ride

Und da ist er auf seinem Fahrrad... er tritt in die Pedale wie niemals zuvor... sein Körper leuchtet festlich. Er tritt in die Pedale und lacht... und kann nicht aufhören, zu pfeifen... er hüpft, dreht Pirouetten, tanzt auch auf dem Fahrrad. Es scheint die natürliche Weiterführung seiner Beine zu sein... nun rinnt die Erde unter seinen Rädern wie eine schmutzige Schallplatte, nun macht das feuchte Gras deren Trägheit weicher und erfrischt die Luft mit dem Wasser, das bei seinem Durchgang hochspritzt...
Er hat keinerlei Eile, keinerlei Richtung, keinerlei Motivation... reines Sein, rein verzückte Entdeckung... Augenblick nach Augenblick... „Why should I crave for eternity, eternity is right here and I...
Don’t need to hurry or compete... just live!
Dont’ need to hurry or compete... just live!“

... Fortsetzung folgt... =)